Fahrtag Anfang Mai
Sachstand: Mai 2021


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Ein gutes Wochenende ermöglichte zwei schöne Fahrtage hintereinander. Am Samstag war die Gartenbahn fast 8 Stunden in Betrieb; Zeiten für Mittagessen und Kaffeepause müssten hiervon abgezogen werden. Am Sonntag war dies dann zwar weniger, aber der Fahrspaß stand genauso im Vordergrund. In Erwartung auf ausgiebiges Fahren am Wochenende wurden bereits am Freitag Fahrten mit einer akkubetriebenen Lok durchgeführt, um die Gleise zu säubern. Hierzu wurde zunächst ein Waggon mit angeschraubter Reinigungseinheit benutzt, danach ein motorisch betriebener Schienenputzer, der von einer Lokomotive bereits mit Schienenstrom langsam über die Strecke gezogen wurde. Das alles klappte alles hervoragend.
Es ist schon eine tolle Sache: Fensterklappe auf, Verbindungsbrücke eingesetzt und schon konnte der erste Zug aus dem Schattenbahnhof rollen. Und dann gleich der nächste und dann noch einer und den vierten kurz drauf hinterher. Über die Funkhandregler war dann jeder Zug individuell regelbar, sodass gleich ein lebhafter Betrieb begann. Eine MobilControl in jeder Hand und so hatte man zu zweit alles stets im Griff. In den Begegnungsbahnhöfen fallen die Einfahrtsweichen stets zurück, nur direkt am Bahnhof am Terrassenrand werden notwendige Weichenstellungen von Hand durchgeführt. Aktuell kann lediglich die Weiche zum Schattenbahnhof und die für die erste Kehrschleife digital geschaltet werden.
Eine typische Betriebssituation war, dass drei Züge hintereinander nach unten fahren, während der vierte bergauf entgegen kommt. So war stets zu koordinieren, an welcher Stelle die Zugkreuzung stattfand und wer wo die eingleisige Strecke vor sich frei hatte. Die untere Kehrschleife ist so lang, dass mehrere Züge gleichzeitig hintereinander einfahren können; hat der letzte abwärtsfahrende Zug die Einfahrtsweiche passiert, so können die wartenden Einheiten bereits wieder den Rückweg aufnehmen. Bei der oberen Kehrschleife ist dies so nicht möglich, sie ist viel kürzer, sodass hier jeder Zug einzeln gewendet werden muss und man auf den Gleisen des Bahnhofes auf der Terrasse aufeinander warten muss. Das mag umständlich klingen, erhöht jedoch den Fahrspaß.
Auf halber Strecke gibt es eine erste Kehrschleife, die nach der Erweiterung jedoch nicht mehr so häufig tatsächlich als Kehrschleife benutzt wird, sondern es wird nur ein Teilbereich als Bogen befahren, sodass bei Ein- und Ausfahrt keine Umpolung erforderlich ist. Und dennoch schaltet der elektronische Baustein immer wieder ab, da er fahrende Züge erkennt und möglicherweise in Erwartung einer Kehre umschaltet. Der Booster muss dann per Knopfdruck aktiviert werden; nichts dramatisches, aber auf Dauer störend. Daher wird dieser Streckenabschnitt nun per Zusatzschalter an der Einfahrtsweiche zur Kehrschleife als normaler Streckenabschnitt geschaltet und nur wenn tatsächlich gewendet wird das Kehrschleifenmodul eingeschaltet.
Die Weiche zur Kehrschleife steht für die Einfahrt stets auf Geradeaus und wird bei der Ausfahrt von den Rädern aufgeschnitten. Mit Metallachsen ist dies soweit kein Problem, aber es gibt doch noch einzelne Waggons mit Kunststoffrädsätzen. Und dann passierte es, dass ein leichter Wagen ohne Metallachsen die Weichenzunge nicht sauber aufschnitt und dann entgleiste. Und dann gleich mit anderen Waggons den Hang hinunter abstürzte und den in der Strecke unterhalb fahrende Zug gleich ebenfalls aus den Schienen holte. Das bedeutete Nothalt und eine gewisse Aufräumarbeit bevor es wieder weiter gehen konnte. Letztlich war nichts wirkliches passiert oder kaputt gegangen.
Es macht Spaß immer wieder einmal eine andere Lokomotive fahren zu lassen, also wurden weitere Fahrzeuge in Betrieb genommen. Und bald hatte man das Gefühl, dass nun doch zuviel Eisenbahn auf den Gleisen stand. Glücklicherweise gibt es Abstellmöglichkeiten, die jedoch die Rangierbewegungen beeinträchtigen, wenn diese belegt sind. Auch dies ist eher eine Aufforderung den Fahrbetrieb dennoch weiter führen zu können, notfalls eben mit noch einem Zug in „Reihe“ auf der Strecke. Und Spaß macht es außerdem immer wieder Stofftiere mitfahren zu lassen. Bei den kleineren Kuscheltieren ist das kein Problem, bei größeren ist meist das Ende der Fahrt an der nächsten Brücke erreicht, wenn das Luftraumprofil dann doch zu eng wird.
Aktuell war der Kesselwagenzug mit 10 Waggons der längste Zug auf der Anlage. Beim Überholen an den Gleisen auf der Terrasse kam es dann auf den letzten Zentimeter an, dass man aneinander vorbei kam. Aber dann sollte ein Zug mit 20 Wagen fahren. Nach unten ohne Begegnung war dies kein Problem. Auch der Start der Bergfahrt begann einwandfrei, aber an der S-Kurve vor der ersten Kehre war Schluss, da die Zugkräfte die drei vordersten Wagen aus der Kurve zogen. Das wurde dann handisch überwunden und die weitere Fahrt klappte bis ganz nach oben. Da dieser lange Zug nicht mehr über die Kehrschleife fahren konnte, setzte eine andere Lok am hinteren Ende an, vorne wurde abgekuppelt und eine weitere Fahrt nach unten begann. Allerdings hatte diese einmotorische Lokomotive schwer zu arbeiten bereits den Zug bergab zu ziehen. Nach der Wende in der unteren Kehrschleife ging nichts mehr trotz höchster Fahrstufe. So wurde eine Schublok angefordert, die dann von hinten kräftig schob. So gelang dann dieser Lindwurm dann doch wieder nach oben zurück. Eine tolle Spielidee.
Es blieb nicht unbemerkt, dass auf der Gartenbahn Betrieb war. Vorübergehende blieben meist kurz stehen und sahen eine Weile zu. Auch einige vorbeifahrende Autos blieben einen Moment stehen und betrachteten die fahrenden Züge. Aufgefallen ist mir, dass ein Auto vorbeifuhr, wendete, dann anhielt und eine Familie mit zwei Kindern ausstiegen. Die nahmen sich etwas mehr Zeit dem Fahrbetrieb auf der Anlage zuzusehen. Oder waren es die Kinder, die nicht so schnell weiter wollten? Auch ich habe hin und wieder die Fahrregler zur Seite gelegt und einfach nur zugesehen wie Eisenbahn gespielt wurde. Ja, das ist eine Art Belohnung für all die Arbeit, die mit dem Bau der Gartenbahn verbunden war/ist. Und das Ende des Ausbaues ist noch nicht erreicht; da kommt noch etwa 60cm Höhenunterschied und entsprechend zu bauende Strecke hinzu. Die dazu nötigen neuen Flexgleise sind schon mal da.

Irgendwann deutete sich das Ende des Fahrtages ab und die Züge und Fahrzeuge mussten wieder ins Haus. Es klappt einwandfrei die sechs Schattenbahnhofgleise nach und nach zu befahren und dort die Zuggarnituren abzustellen. Die zusätzlich aufgegleisten Fahrzeuge mussten dann wieder auf der Abstellebene einsortiert werden und zwei kamen wieder in die Vitrine zurück. Ach ja, ein Problem hatten wir, da zwei Lokomotiven die selbe Adresse hatten und plötzlich sich mehr auf den Gleisen bewegte als erwünscht; aber alles lässt sich anpassen. Dann zum Abschluss den Strom ausschalten, die Steuerung wieder in Haus holen, die Verbindungsbrücke entfernen und das Fenster wieder verschließen und schon hat alles seine Ordnung wieder gefunden und der Fahrtag war abgeschlossen. Es bleiben die Freude am Fahrspaß und die Erinnerungen, auch in Form von Fotos und gerade dieser Webseite.