Karlsruhe September 2021
Sachstand: September 2021

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Das Laternenfest in Karlsruhe beginnt erst Nachmittags, sodass wir beschlossen auf dem Hinweg unseren Sohn in Herxheim zu besuchen. Wegen dieses Umweges war klar, dass wir wieder ohne PKW-Anhänger unterwegs sein wollten. Außerdem wollte ich am Ende des Fahrtages nicht im Dunkeln den Hänger rangieren müssen. Einige Baustellen und der Urlaubsrückreiseverkehr mit mehreren Staus bestätigten, dass dies eine gute Entscheidung war.

Da die E94 in vier Transportkisten aufgeteilt ist und so den meisten Platz im Auto belegen würde, nahm ich dieses Mal die E22 mit (letzter Einsatz Dezember 2019 in Friedelsheim), sodass vier weitere Waggons ins Auto passten: zwei Sitzwagen für meine Frau und für mich und zwei offene Waggons für etwa 15 Teddys. Das ergab einen schönen kurzen Zug. Nachteil der E22: sie ist mit rund 70 kg „am Stück“ deutlich schwerer, sodass ich beim Ein- und Ausladen aus dem Auto Unterstützung benötigte. Diese hatte ich dann auch, vielen Dank hierfür.

Die ersten Meter fuhr die E22 wieder recht langsam, ich hatte erneut die beiden Motoranschlusskabel vom Bedienwagen zur Lok vertauscht und die Lokomotive fuhr im langsamen Rückwärtsgang vorwärts. Die beiden Stecker waren geschwinde getauscht, am Bedienkästchen die Fahrtrichtung umgeschaltet und schon ging es mit gewohnter Geschwindigkeit weiter. Mein Zug fuhr mit gewohnter Zuverlässigkeit ihre Runden, es gab keine Schwierigkeiten oder Entgleisungen. Nur einmal hatte ich einen unfreiwilligen Stop. Als ich verkehrsbedingt anhalten musste, drückte der aufschiebende Zug die recht lockere Schraubenkupplung aus dem Haken und beim Anfahren zog sich die Lokomotive selber den Stromstecker aus der Buchse und blieb dann natürlich stehen. Die Schraubenkupplung wurde wieder richtig eingehängt und der Stecker wieder ordentlich eingesteckt und es ging weiter.

Meine E22 besitzt eine kabelgebundene Steuerung, während ich bei den anderen Beiden Lokomotiven durch eine Funksteuerung verwöhnt bin. Durch dieses Steuerkabel am Bedienkästchen bestehen zum Beispiel Einschränkungen beim Rangieren, denn man muss zum Weichenstellen die Steuerung ablegen, hin gehen, wieder zurückkommen und dann erst weiterfahren. Mit einer Funke kann man dann einfach die Lok bzw. den Zug zu sich fahren lassen. Das ist einfacher und auch sicherer. Und mit einer Funksteuerung kann mein Sitzwagen auch am Ende des Zuges sein; ansonsten nur eben soweit wie das Kabel reicht. Deswegen überlege ich, auch für die E22 eine Funksteuerung zu beschaffen.

Aufgefallen ist mir und meiner Frau, dass Jonas häufiger rückwärts mit seinem Zug fuhr. Er hatte hierzu seine Dampflokomotive auf der Drehscheibe gewendet und dann wieder an den Zug gekoppelt. Während der Fahrt drehte er sich hin und wieder für die Streckenkontrolle um und fuhr dann weiter Rücken voraus ohne etwas zu sehen. Meine Frau fragte ihn, ob es ihm dabei nicht schwindelig würde, denn sie und ich haben eine Rückwärtsfahrt schon als recht unangenehm empfunden. Aber Jonas schien dies nichts auszumachen; er hatte seine Freude und seinen Spaß daran.

Der Fahrbetrieb begann erst um 15:00 Uhr, ging dafür dann aber bis 21:00 Uhr also über die Dämmerung hinaus bis in die Dunkelheit. Ab ca. 20:00 Uhr wurden rund 500 LED-Lämpchen und einige Fackeln aufgestellt, die die ganze Anlage in einem bunten Licht erschienen ließ. Diese batteriebetriebenen Lichter wurden in geschlossene Kunststoffbehälter „eingedost“ und dann während einer langsamen Zugfahrt direkt vom Flachwagen neben den Gleisen aufgestellt. Einige Kinder halfen mit viel Begeisterung, diese Lämpchen vorzubereiten; da meine Frau auch mit dabei war konnte sie mir hiervon erzählen.

Ja, das Fahren im Dunkeln hat seinen eigenen Reiz. Stirnbeleuchtung und Zugschluss waren notwendig, notfalls mit angebundener Taschenlampe. Bei mir gab es eine Schwierigkeit, da ich einen 9-Volt-Block für den Zugschluss nicht dabei hatte. Jonas lieh mir einen entsprechenden Akku aus, leider war er nicht ausreichend geladen, sodass ich gar nicht dazu kam den Waggon mit dem Zugschluss an das Ende des Zuges zu stellen. Als Notlösung wurden einige der LED-Lämpchen zwischen die Teddys in den beiden letzten Wagen gestellt. Das war zwar nicht korrekt, aber es hat soweit funktioniert.

Etwas früher als das offizielle Ende begann ich dann meine Eisenbahnsachen wieder einzuräumen, denn eine Stunde Rückfahrt stand ja noch an. Das Einräumen klappte soweit gut, denn ich hatte zwei kräftige Campinglampen dabei, die mir ausreichend Licht für diese Arbeiten gaben. Gegen 21:00 Uhr verließen die Besucher die Anlage; dann waren die Insider unter sich und konnten nach Belieben weiter in der Dunkelheit Betrieb machen.

Übrigens: Unter der so sichtbaren und wenig schönen weiß/roten Absperrung befand sich ein Kabelkanal der Bundesbahn, in dem eine Stromleitung mit 22 kV verlegt war (das sind 22000 Volt oder etwa die hundertfache Stärke der Spannung wie aus der normalen Steckdose). Glücklicherweise war dies nur temporär, das kommt im November also wieder weg.

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