Echtdampfhallentreffen Messe-Karlsruhe 2016
Sachstand: Januar 2016

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Ein wunderbares langes Eisenbahnwochenende war das Echtdampfhallentreffen (EDHT) in der Karlsruher Messe, drei Tage Eisenbahn „satt“. Ja, eigentlich gehörte der Donnerstag auch noch dazu, denn am Tag vor der Öffnung für das Publikum wurden die meisten Fahrzeuge angeliefert und natürlich auch schon gefahren. Leider gab es dieses Mal vor Weihnachten keinen zusätzlichen Tag zum Gleiseinfahren für die Fahrzeuganlieferung.

Ich war mit zwei Lokomotiven (E94 und E22) angemeldet und mit allen Waggons. Da diese (bis auf einen) nun alle in Transportkisten gelagert waren, konnte ich alle Eisenbahnsachen nicht auf einmal transportieren. Bei der Anfahrt brachte ich die beiden letzten Wagen am Freitagmorgen mit, bei der Abreise benötigte ich Roys Unterstützung, dass er zwei Kisten von mir mitnahm und ich diese einige Tage später bei ihm abholte. Ansonsten klappte alles wunderbar und ich hatte auch zu Hause nichts vergessen. Lediglich das Stativ für den Fotoapparat (schon ewig nicht mehr benutzt) hatte ich nicht zu Hause gefunden, sodass alle Aufnahmen aus der Hand gemacht werden mussten.

Im Vorfeld erklärte ich mich bereit, wieder Standdienst bei den Karlsruher Dampflokfreunden zu übernehmen. Zusätzlich kam dann noch einmal der Dienst am Bahnübergang hinzu, sodass ich insgesamt acht Stunden Verpflichtung hatte. Aber auch diese Aufgaben sind bereichernd und interessant, auch wenn es vom eigenen Fahren abhält. Beim Schrankendienst (ohne Schranke, aber ich nenne es immer so) sieht man, was alles auf den Gleisen unterwegs war und beim Standdienst hatte man immer wieder neue Gespräche und Kontakte. Man merkte zum Beispiel, dass es doch viele Karlsruher gab, die die Anlage der Dampflokfreunde in Karlsruhe-Bulach noch nicht kannten und in diesem Jahr einmal vorbei kommen wollen.

Erneut standen unsere Züge, also Roys und meiner auf Abstellgleisen nebeneinander. Aber irgendwie war kein Platz für Markus Waggons vorgesehen. Roy konnte dann noch am Tag vor dem Beginn des EDHT mit einigen zusätzlichen Gleisstücken das eine Abstellgleis verlängern, um Platz für diese Wagen zu schaffen. Für die beiden Loks von Markus waren Standplätze an einer Schiebebühne reserviert, für seine Waggons musste er dann stets zu uns herüberfahren. Umständlich aber durchführbar; und zum Fahren und Spielen waren wir ja gekommen. Außerdem wurden häufig Roys und die von Markus zusammengekoppelt und gemeinsam geführt.

Und dann war da noch eine Überraschung an unseren Abstellgleisen: Ein Stellwerk „Bärental“ für die Spur 5 Zoll. Gebaut hatte es Udo, der allerdings gerade während des EDHT auf Reisen war und somit nicht selbst vorbei kommen konnte. Vorbild für seine Arbeit war ein entsprechendes Gebäude in LGB-Größe. Die über tausend Dachschinden wurden einzeln mittels eines veränderten Locheisen ausgestanzt und aufgeklebt. Eine Inneneinrichtung soll später folgen. Und eine gewisse Gedankenverknüpfung des Namens „Bärental“ besteht mit meinem Bärenzug; dankeschön dafür.

Meine E94 war nicht die einzige auf dem 20. EDHT und auch E22 waren mehrere vorhanden. Insgesamt waren vier deutsche Krokodile vertreten und sogar sechs E22: eine braune (die von Roy), eine blaue, eine hell- und eine dunkelrot lackierte und eine hell- (meine) und eine dunkelgrüne. Leider gab es keine gemeinsame Präsentation der gleichen Loktypen. Das sollte man vielleicht beim nächsten Mal angehen und Lokomotiven aus derselben Familie für einige Zeit bzw. für eine Besucherpräsentation zusammenholen. Das klappte lediglich für die drei Schweizer Krokodile, aber nur deswegen, weil alle drei von Zeno waren und sowieso auf dem selben Abstellgleis standen.

Mein vierachsiger Sitzwagen hatte nach seiner letzten Fahrt 2015 beschädigte Kugellager, offensichtlich waren die verwendeten recht kleinen Kugellager nicht für diesen Zweck geeignet. Ich holte mir Rat von Wolfgang und er bot sich sofort an, die Achslagerung zu überarbeiten. So bekam der Waggon vier neue Achsen und auch acht neue Radscheiben und natürlich acht neue Kugellager. Leider zeigte sich, dass die neuen Kugellager nicht sonderlich gut rollten und ich stellte am letzten Tag den Sitzwagen ab. Da werden wir die Kugellager nochmals überprüfen und ggf. nochmals tauschen müssen.

Glücklicher Weise war der schlecht rollende Vierachser mein einziges technische Problem während des EDHT, beide Loks liefen wunderbar. Da erfuhr ich von anderen Teilnehmern von größeren Schwierigkeiten bzw. sah immer wieder mal jemanden an seiner Lokomotive schrauben. Jörg zum Beispiel hatte erneut Pech mit seiner Lokomotive, ihm brach eine Kolbenstange. Da er täglich nach Hause fuhr, brachte er ein Ersatzteil mit und konnte am nächsten Tag mit der reparierten Lokomotive wieder fahren. Noch gravierender traf es den Lokführer einer BR 56. Als ich ihn traf, fragte ich ihn, warum er gleich am ersten Tag seine Lokomotive wieder abtransportiert hatte. Ihm war ein Zapfen am Antriebsrad abgerissen, eine kurzfristige Reparatur war nicht möglich. Dennoch genossen er und seine Frau die Tage beim EDHT und wie er sagte ganz ohne Stress.

Und unmittelbar mitbekommen hatte ich das Malheur von Eric. Als er seine V60 per Schiebebühne auf die Zufahrt zur Strecke schieben wollte, rutschte der Handregler vom Bedienwagen direkt unter die sich bewegende Schiebebühne. Der Handregler wurde überrollt und war nicht mehr zu gebrauchen, denn das Poti und der Stufenschalter im Gehäuse waren zu stark beschädigt. Jedoch hatte Eric eine komplette Ersatzsteuerung mit eigenem Steuerteil dabei und fing sofort an, die nicht mehr funktionsfähige auszubauen und die Ersatzsteuerung in die V60 zu montieren. Kaum eine Stunde später fuhr Erics Mutter mit der reparierten Lokomotive auf der Strecke.

Aufgefallen sind mir in diesem Jahr zwei Babys, welche beim EDHT dabei waren. Junge eisenbahnbegeisterte Eltern wollten eben weder auf das eine noch auf das andere verzichten und so sah ich einen festmontierten Autobabysitz auf einem Eisenbahnwaggon; dem Baby schien es gefallen zu haben. Das andere Baby im Teddybärenstrampler wurde mir sogar für meinen Bärenzug „angeboten“, meine Teddys waren jedoch beim EDHT wieder nicht dabei. Der gerade vier Monate alte Felix war natürlich bereits Mitglied in seinem Verein und soll möglichst frühzeitig an den Regler einer Lokomotive herangeführt werden.

Dass Kinder ihre Freude und ihren Spaß mit der Bahn hatten, zeigte sich beispielsweise bei Zweien, welchen die normale Fahrgeschwindigkeit auf der Strecke ein wenig zu langsam war. Sie hatten sich einen Trick a usgedacht, um schneller vorwärts zu kommen. Einer springt vom Fahrzeug und stellt die Weiche in Richtung der Abstellgruppe während der andere weiter fährt. Der „Läufer“ springt nach vorn und stellt alle Weichen für seinen Freund auf das Durchfahrtsgleis, sodass die beiden am Ende wieder auf die Strecke zurückkehren konnten. Mit etwas Glück überholten sie so den einen oder anderen Fahrer auf der Strecke vor ihnen. Wenn allerdings gerade auf dem Durchgangsgleis jemand rangierte, hatten sie Pech und verloren je nachdem sogar „Positionen“. Bei einem längeren Halt auf der Strecke standen sie einige Fahrzeuge vor mir und ich ging zu ihnen und fragte sie, wieviele sie überholt hätten. Mit einem ganz breiten Grinsen meinten sie; fünf oder sechs.

Und plötzlich winkte von der Absperrung her mir während der Fahrt Herr Bücheler, der Erbauer und Verkäufer meiner E94, zu. Ich zeigte ihm rasch, wo mein Abstellgleis war und rangierte den Zug dorthin. Damit wir etwas mehr Zeit zum Erzählen hatten, lud ich ihn zum Mittagessen ein. So hatten wir Gelegenheit, uns über die vergangene Zeit auszutauschen. Er schilderte mir, dass es ihm wieder gesundheitlich besser ginge; eine Fahrt mit seiner ehemaligen Lokomotive wollte er dennoch nicht durchführen, da er wegen seiner Knie schlecht länger auf den niedrigen Wagen sitzen könne. Ich erzählte Herrn Bücheler vom Kugellagerschaden des Motors und dessen Reparatur und dass die Druckluftpfeife ein zusätzliches Relais benötigt hatte. Auch erwähnte ich, dass ich gerne seinen Eisenbahnverein in Kürnbach in dieser Saison besuchen wolle; ich würde ihm mitteilen, wann ich dorthin fahren würde.

Nicht nur Herrn Bücheler traf ich während des EDHT sondern auch andere 5-Zoll-Bekannte, welche sich nicht als Teilnehmer angemeldet hatten. Wolfgang war und ist der Trubel einfach zu viel und kommt daher nur einen Tag als Besucher; Rolf hatte leider einen Terminkonflikt und konnte nicht mit eigenen Fahrzeugen kommen, sondern nur ein Tag als Besucher. Ja, auch Bekannte aus dem Bereich der 45mm-Fahrer hatte ich getroffen; es ist einfach schön, dass man das Hobby teilt.

Das Teilnehmeressen war nun auf den Freitag verlegt worden, damit für die Besucher der Nachtfahrt keine Unterbrechung erfolgte. So begann die Dunkelheit gegen halb sieben und wir hatten wieder dieses besondere Fahrgefühl, im Dunkeln mit dem Zug auf der Strecke zu sein. 10 Minuten vor 20:00 Uhr wurde das Licht wieder angeschaltet, um den Besuchern Gelegenheit zu geben, gefahrlos die Halle verlassen zu können. In dieser Zeit wurde der Fahrverkehr für einige Zeit eingestellt. Kurz nach Acht ging erneut das Licht aus und wir konnten nochmals im Finstern fahren. Im Dunkeln erkannte ich einige Zeit später an den im Führerhaus sichtbaren LEDs, dass die Akkuspannung deutlich nachgab, wenn ich beschleunigte; ein Akkuwechsel wäre angestanden. Ich verzichtete darauf, im Dunkeln die Fahrbatterien zu wechseln und beendete meine Nachtfahrt etwas früher als gewünscht.

Zum Ende des EDHT leistete ich mir dann noch einen dicken Schnitzer. Zum Verladen der Fahrzeuge durfte man erst in die Halle einfahren, wenn die entsprechenden Gleise entfernt worden waren und somit die Zufahrt frei war. Ich betrachtete dies als Sicherheitsmaßnahme, damit ja kein Schienenfahrzeug mehr unterwegs war, wenn Autos in die Halle fahren. Ich hatte meine Eisenbahnsachen direkt neben einem Tor abgestellt und lenkte mein Auto unmittelbar hinter dem Tor links herum und zwar direkt auf die dort noch liegenden Gleise. Das war natürlich nicht so vorgesehen, denn Autos sollten nur dort fahren, wo die Gleise demontiert waren. Ergo bekam ich einen Rüffel, musste das Auto umstellen, die Gleise an meinem „PKW-Parkplatz“ abbauen und dann erst wieder dort parken. Man lernt eben dazu. Roy hatte seine Sachen daher viel schneller als ich im Auto; aber er half mir dann anschließend. Denn schließlich wollte ich dann noch eine Stunde beim Gleisauseinanderschrauben helfen; beim Aufbau war ich sowieso wieder einen ganzen Tag dabei. Das ist richtig gut, mitzuhelfen und sehr empfehlenswert. Die Gemeinschaft und die Veranstaltung profitieren davon.

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