Rossdorf August 2021
Sachstand: August 2021

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Seit fast zwei Jahren war ich nicht mehr in Rossdorf (Oktober 2019). Endlich war es möglich, dass auch hier die Eisenbahn unter Corona-Auflagen wieder fahren durfte. Meine Frau begleitete mich dorthin, wohl auch weil Udo mit Karola kommen wollten. Ich nahm die kleine grüne Lok mit, die beiden zweiachsigen Sitzwagen (der Vierachsige ist ja defekt) und die drei O-Wagen für Teddys; rund 20 Bären waren dann dabei. Udo half mir beim Ausladen und so war relativ rasch alles auf dem Gleis. Und dann hatte ich eine Überraschung, denn in der Bärentasche fand sich ein neuer kleiner Teddy mit angehängter Grußkarte; Udo hatte diesen Bär auf einem Flohmarkt „erlöst“ und mir für den Bärenzug mitgebracht und in die Tasche geschmuggelt. Danke.

Auf der Anlage war wenig Betrieb. Dies war irgendwie gewollt, denn diesen Fahrtag hatte man im Internet erst am Freitag zuvor kommuniziert. Die Zahl der Gäste sollte zunächst gering gehalten werden, um das festgelegte Hygienekonzept ausprobieren zu können. Pro Sitzwagen durfte nur ein Haushalt befördert werden und für den geforderten 1,5-Meter-Abstand wurde zusätzlich jeder zweite Wagen gesperrt. Um dennoch ausreichend Kapazität für die Personenbeförderung zu haben wurde als Gegenmaßnahme jeder Personenbefördernde Zug um weitere Waggons verlängert. Der Zustieg zu den Zügen war an den bekannten Bahnsteiggleisen; zum Aussteigen hielt der Zug am Seiteneingang, der nun für alle ein Ausgang war. Wollte man nochmals fahren, so musste man um das Bahnhofgebäude herum gehen und dann wieder von der anderen Seite hereinkommen; es ergab sich eine Einbahnwegregelung. Eine Bewirtung gab es nicht, es wurden lediglich kleine Mineralwasserflaschen zum Kauf angeboten.

Während Udo und Karola abwechseln mit ihrem Zug fuhren, war ich mit meiner Frau gemeinsam beim Fahren, allerdings eben auf getrennten Sitzwagen. Dann passierte es, dass meine Frau vom Sitzwagen stürzte, da sie nicht gleich erkannte, dass die Strecke nach der langen Kurve einen Gegenbogen aufwies. Durch die hierdurch folgende Entgleisung wurde der Kupplungshaken so stark belastet, dass der Sicherungsstift regelrecht abgeschert wurde und Feder und Scheiben verloren gingen. Der Haken hing nur noch an einem Rest des Stiftes und es war nicht abzusehen, wie stark dieser noch belastet werden hätte können. Der Sitzwagen konnte daher nicht weiter benutzt werden und wurde vom Gleis genommen. Meine Frau hat sich weh getan, ist heftig erschrocken aber nicht wirklich verletzt worden. Und wieder war es nichts mit gemeinsamem Fahren von meiner Frau und mir. So kaufte ich zwei Fahrkarten für die Personenbeförderung und fuhr als ganz normaler Gast mit meiner Frau eine Runde Dampfzug.

Udo hatte mir angeboten sich meine defekte Achse aus Karlsruhe anzusehen und ggf. die Kugellager auszutauschen. Daher hatte ich das Drehgestell mitgenommen, um mit Udo den Schaden zu begutachten. Fix hatte er die Lager von den Achsen abgezogen und dann zeigte es sich, dass die Achsstummel, die in den Kugellager steckten sehr stark abgelaufen waren. Es hätte nicht mehr viel gefehlt und die Achse wäre direkt am Kugellager abgebrochen. Da muss nicht nur ein bzw. zwei neue Kugellager ersetzt werden, sondern da muss die ganze Achse getauscht werden. Leider hat das Ende der Achse einen recht kleinen Durchmesser und auch die Kugellager sind kleiner als bei meinen anderen Waggons, sodass meine Reserve-Achse nicht unmittelbar verwendet werden kann. Da werde ich ein wenig Zeit mehr benötigen, bis dieser Schaden wieder repariert ist.

Auf der Strecke gab es ein Problem an einer Weiche, denn nicht nur ich sondern auch andere Fahrzeuge hoppelten hier; ab und zu entgleiste auch ein Wagen. Nach genauer Inaugenscheinnahme und einigen langsamen Drüberfahrten wurde festgestellt, dass einige Achsen auf die Weichenzungenspitze auffuhren und dann gleich wieder in die Spur fielen. Bei mir war es mein Sitzwagen auf dem ich selbst saß. Mit einer Schieblehre stellte man fest, dass an der Spitze der Weichenzunge die Spurbreite sehr knapp war und keine Luft für Toleranzen war. Zur Lösung wollte man versuchen die Schienenprofile etwas auseinander zu drücken oder die Weichenzungenspitze leicht zu kürzen; jedoch nicht mehr während des Fahrtages. So wurde eben an dieser Weiche recht langsam und vorsichtig gefahren.

Udo hatte nicht nur für sich etwas zum Fahren dabei, sondern Wolfgang erhielt von Udo seine frisch lackierte V160 geliefert. Natürlich gab es mehrere Probefahrten in verschiedenen Zusammenstellungen und mit unterschiedlichen Fahrern am Regler. Allen schien es gefallen zu haben, besonders Wolfgang war begeistert wie gut die Lok fährt. Sie mag optisch nicht alle überzeugen, aber die Technik darunter ist einwandfrei und mit zwei 350-Watt-Motoren könnte sie sogar zur Personenbeförderung verwendet werden.

Und wenn wir schon bei Neuem sind: Erstmalig probierte ich anstelle eines Klappstuhls meinen Luftsessel aus: da sitzt es sich doch recht komfortabel drin.

Nicht nur die V160 von Wolfgang war neu. Neu auf der Anlage in Rossdorf waren zwei blinkende Andreaskreuze an den Übergängen des öffentlichen Weges, der die Anlage längs quert. Über entsprechende Kontakte im Gleis werden die Blicklichter eingeschaltet und warnen die Radfahrer und Fußgänger. Und tatsächlich warteten die querenden Passanten viel häufiger und länger an den Übergängen als bisher. Die blinkenden Andreaskreuze machen den Betrieb somit deutlich sicherer.

Übrigens, indirekt gab es doch eine Bewirtung, denn Zwetschgen (oder waren es Pflaumen) und Brombeeren waren reif und konnten genascht werden. Meine Frau und ich haben es getan.

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