Friedrichshafen 2017
Sachstand: November 2017

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Friedrichshafen 2017 | Friedelsheim

Schon relativ früh entschied ich, mich für das Echtdampfhallentreffen (EDHT) im Rahmen der „Faszination Modellbau“ in Friedrichshafen anzumelden und buchte eine Ferienwohnung für meine Frau und mich. Da die Veranstaltung zudem genau in den Herbstferien von Baden-Württemberg lag, entschloss sich meine Tochter Susanne ebenfalls mitzukommen, um endlich mal wieder mit mir Eisenbahn zu fahren. Wir erweiterten die Tage der „Faszination Modellbau“ auf eine ganze Woche und nutzten die Tage ohne Eisenbahn für Besichtigungen in der Umgebung.

Mit dem PKW-Anhänger hatte ich alle meine 5-Zoll-Sachen dabei, jedoch war lediglich die E94 mit allen Waggons zum EDHT angemeldet. Dennoch kam nicht der Bärenzug als solches zum Einsatz, sondern eben der Zug ohne Teddys, denn die Anmeldebestätigung umfasste als Auflage „ohne Bären“. Einen Teddy wollte ich dann aber jeden Tag dennoch mit dabei haben; Susanne „schmuggelte“ dann noch einen zweiten hinzu, sodass an allen drei Tagen immer zwei Teddys im Käfigwagen saßen. Die beiden Bären wurden gesehen und weckten hier und da die Frage nach den anderen aus dem Bärenzug.

Bereits am Donnerstag vor der Messeeröffnung brachten wir unseren Zug zur Messe. Susanne half mir beim Aufbau; zu Zweit ging das deutlich schneller. Danke Susanne. Soweit klappte alles prima, lediglich die zusätzliche Kaution für den PKW-Anhänger machte Schwierigkeiten, die dann letztlich durch Manfred Ludwig (MaLu) geklärt werden konnten. Einen Stromanschluss zum Laden der Akkus konnte dann vom Gleisnachbar her gelegt werden und so war alles gut vorbereitet.

Der vorgesehene Gleisplan in den Hallen B1 und B2 war zuvor in einem Internetforum veröffentlicht worden und zeigte einen recht interessanten Streckenverlauf. Neben dem Organisations-Container von MaLu hing dann der tatsächlich realisierte Gleisplan mit den Namen der zugewiesenen Abstellgleisen. Hier waren deutlich weniger Abstellgleise eingezeichnet. Haben sich etwa nicht genügend Eisenbahnfreunde mit ihren Fahrzeugen angemeldet? Jedenfalls wäre in beiden Hallen noch viel Platz für weitere Abstellgleise und für Verlängerungsmöglichkeiten der Strecke gewesen. Es gibt somit Optionen zur Erweiterung und zur Ergänzung für das nächste Mal. Insgesamt ein super Gleisplan, welcher mit der Gleisverbindung zwischen den beiden Hallen besonders reizvoll war. Die vier Schienenstänge nebeneinander waren gegenüber anderen Streckenbereichen etwas nahe beieinander, sodass man sich, wenn man hätte wollen, berühren hätte können, war aber doch so weit auseinander, dass ein aneinander vorbeifahren problemlos möglich war. Ich habe nicht erfahren, dass es hier zu unerwünschten Körperkontakten gekommen wäre.

Gerade beim ersten Mal an neuer Stätte war ein Vergleich mit gewesenem durchaus angebracht. Zum Fahren standen mit den beiden Hallen B1 und B2 in Friedrichshafen 12540 m² zur Verfügung; plus die Fläche der Verbindung zwischen den beiden Hallen. In Karlsruhe standen hierfür 12500 m² bereit, also in etwa die gleiche Fläche. Ganz früher in Sinsheim hatte man mit den Hallen 1, 2 und 4 rund 19000 m² Spielfläche, also deutlich mehr. Und in Köln, wo in geraden Jahren das EDHT stattfindet hat die Halle 4.2 eine Nutzfläche von 14390 m². Auch dies erscheint mehr Fläche zu sein, allerdings befanden sich im letzten Jahr in der selben Halle auch die Anlage für die Echtdampfer auf der 45mm-Spur und einige Stände von Vereinen und Ausstellern, sodass dann doch deutlich weniger Platz zum Fahren übrig blieb.

Unterschiede gab es in der Ausstattung bzw. im Aufbau. Hier in Friedrichshafen gab es lediglich einen Bahnübergang, der nicht beaufsichtigt werden musste, da er nur über ein Gleis der Kombispur führte. In Karlsruhe gab es gleich 5 Bahnübergänge, welche alle durch die Gastfahrer stundenweise betreut werden mussten. Aber während es in Karlsruhe noch zwei Drehscheiben für 5-Zoll-Fahrzeuge gab, so war es nun in Friedrichshafen nur noch eine. Ich habe dann mal auf der 5-Zoll-Strecke gezählt: es waren 70 Fahrzeuge, die Aufteilung Dampf gegenüber Elektro war recht genau 50:50. Im Bereich der Kombispuranlage waren geschätzt 25 Maschinen im Einsatz, hier deutlich mehr Dampf als Elektrofahrzeuge.

Von meinem Verein, der Karlsruher Dampflokfreunde war ich der einzige, der hier mit Fahrzeugen vertreten war. Im Laufe der drei EDHT-Tage traf ich dann noch weitere drei Vereinskameraden aus Karlsruhe. Überhaupt traf ich erstaunlich viele Bekannte, die nur zum Gucken und Schauen gekommen waren und sich erst einmal ein eigenes Bild von der Messe machen wollten bzw. aus persönlichen Gründen von einer Teilnahme abgesehen hatten. Unter anderem nahm ich Jörg auf ein paar Runden mit auf meinem Zug. Er bot mir eine DVD mit Aufnahmen von mir an; leider sehen wir uns erst im nächsten Jahr wieder.

Friedrichshafen ist nicht weit weg vom Wohnort von Sigi, dem Erbauer meiner E94. Natürlich hatte ich mich mit ihm verabredet, hatte er mir doch mitgeteilt, dass er an allen drei Tagen anwesend sein würde. Unter anderem bat ich ihn, mir das gleiche Getriebe für einen zweiten Motor anzufertigen, wie es bereits der erste Motor erhalten hatte. Die E94 soll zukünftig mit zwei Motoren fahren, da ich feststellte, dass durch die acht (zukünftig neun) Waggons die Lok gut zu tun hat und dann die drei angetriebenen Achsen relativ schnell durchdrehen. Aktuell in Friedrichshafen bedeutete dies sachte am Drehknopf der Steuerung drehen; insgesamt war das Gleis auf der Messe recht rutschig und nicht nur ich spürte das.

Der Sohn von Sigi war mit dabei und erklärte sich bereit, das baugleiche Getriebe für einen zweiten Motor für mich zu fertigen. Den Motor werde ich selbst besorgen und mit dem alten vorhanden als Muster zu ihm schicken. Ich hoffe, dass zum Beginn der neuen Fahrsaison 2018 dann die E94 mit doppelter Kraft fahren kann.

Und dann bot mir Sigi den früheren Bedienwagen der E94 zum Kauf an. Natürlich habe ich dieses großzügige Angebot angenommen und auf der Fahrt nach Hause wurde dieser sogleich abgeholt. So wird der Bärenzug ab der nächsten Saison bis zu 10 Wagen am Haken haben.

Am Ende jedes Fahrtages mussten die Fahrakkus zum Laden aus der Lok herausgenommen werden (ich mache das so). Hierzu war das Dach abzunehmen und dabei passierte es, dass der Stecker des Steuerkabel zu den Motoren der Pantografen an einer Kante hängen blieb und ab waren drei Kabelenden. Zufällig hatte gerade an diesem Tag mir meine Tochter überraschend einen Batterielötkolben gekauft; er konnte sofort genutzt werden, passende Akkus hatte ich dabei. Nur kein Lötzinn. Dieses borgte ich mir gegenüber bei den Leuten der Modell-LKW. Ein LKW-Clubmitglied erklärte sich mir gegenüber, dass ich schuld sei, dass er 5 Zoll begonnen habe, da er seinen Kindern hier auf den Schigi-Seiten meine kleine grüne Lok als Vorbild für seine eigene zeigte und diese hiervon ganz begeistert waren.

Aufgefallen waren mir zwei wirklich sehr stabile Transportkisten für 5 Zoll Eisenbahn, die sogar für den Trasport mit einem Gabelstapler geeignet waren. Auf einem Aufkleber war die hiesige Anschrift der Messe deutlich zu lesen. Kurz vor Ende des letzten Fahrtages war dieser Adressaufkleber entfernt worden. Nun war eine Adresse direkt auf dem Holz sichtbar: Eine Anschrift in Großbritannien. Hier waren die Lokomotive und der Bedienwagen wohl als Frachtgut angeliefert worden und gehen nun auf dem gleichen Wege wieder zurück in die Heimat, während das Fahrpersonal „unbelastet“ an- und abreisen konnte.

Noch etwas zum Einkaufen. Es war keine Messe speziell für 5 oder 7 ¼-Zoll sondern eben „Faszination Modellbau“ mit Eisenbahnen, Autos, LKWs, Schiffen und Flugzeugen und vielem Drumherum, aber hier noch ein paar Informationen am Rande. Es gab von der Fa. Wimmer eine 7 ¼ Zoll-Dampflokomotive zu kaufen, die sogar Probe gefahren werden konnte. Der Kaufpreis wurde mit 100.000 Euro kommuniziert, also nichts für „Normalos“. Andererseits gab es bei dem Anbieter KM1 eine Modelldampflokomotive zum Preis von 9.950 Euro; also etwas wo mancher schwach werden könnte und sich der Traum einer eigenen richtigen Dampflokomotive in greifbarer Nähe zeigte. Und noch etwas von meinem Abstellgleis neben mir: hier war eine BR01 zu haben (öffentliche Angebote waren verboten). Es wurde der Preis von 13.000 Euro genannt; allerdings soll die Maschine nicht ganz in Ordnung sein und es müsste „etwas“ daran gemacht werden.

Ich selbst kaufte eine paar 5-Zoll-Kleinteile bei der Fa. Knupfer und ein paar gebrauchte LGB-Schienen für ein Gartenbahnprojekt. Ja, und dann später den Bedienwagen für die E94.

Die S3/6 kam leider an keinem der drei Tage zum Einsatz. Zunächst war eine Kontermutter an einer Achse neu zu fixieren, dann gab es Schwierigkeiten mit der Zylinderentwässerung, und als am dritten Tag immer noch kein Fahrbetrieb möglich war, wurde die Fehlersuche beendet. Schade, denn für die S3/6 standen zwei sehr schöne Personenwaggons und ein hierzu passender Gepäckwagen für die Fahrt bereit.

Die Mallet vor mir kam nur sehr langsam voran, offensichtlich ging ihr der Dampf aus. Er ließ sich als Italiener erkennen und bat mich mit Mimik, Gesten und einigen englischen Worten ihn zu schieben. Natürlich ging dies auf den rutschigen Gleisen nur langsam, aber wir kamen dennoch im Bereich der Drehscheibe an, wo er sein Abstellgleis hatte. Eine oder zwei Runden später hatte sein Partner die Mallet bereits wieder mit ordentlichem Druck versorgt, denn die beiden starteten erneut auf die Strecke. Ein hochgestreckter Daumen in meine Richtung war der Dank für die Schiebehilfe.

Beim Anheizen einer feststehenden Dampfmaschine in der Halle B2 qualmte deren Schornstein recht stark und vernebelte die Halle. Als dann ausreichend Druck auf dem Kessel war trieb die Dampfmaschine über einen langen Treibriemen eine kleine Orgel an und „überflutete“ die Halle mit verschiedenen Musikstücken.

Das junge Familienglück mit Zwillingen ließ sich nicht von der Teilnahme beim EDHT abhalten. Für die Zwillinge gab es einen Modelltiefladewaggon mit zwei Autokindersitzen und immer war jemand bei den Kindern, wenn Mama und/oder Papa mal ohne Kind gefahren war. Von außen gesehen hatte die Kinderbetreuung wohl sehr gut geklappt.

Noch ein paar Information kurz zusammengefasst:

Damit ich mit der Druckluftpfeife wieder richtig pfeifen konnte, tankte ich bei der Familie Schneider am Kompressor die entsprechende Druckluft.

Mit Susanne ließ ich es mir nicht nehmen mit dem offiziellen Personenzug mitzufahren und so den selben Blick auf das Geschehen zu haben, wie jeder normale Besucher; auch ein neuer Blickwinkel.

Wiederholt hatte ich junge Familien mit Kinderwagen als Besucher gesehen, gegen Ende eines Veranstaltungstages sah man dann, dass das Kinderwagenkind getragen wurde und der Kinderwagen voll „Beute“ war.

Zwei Teilnehmer des EDHT kontrollierten die komplette Fahrstrecke und zogen viele lockere Schrauben nach, nachdem an einer Stelle die Gleise beinahe sich gelöst hatten.

Ein österreichisches Paar sprach mich gleich zu Beginn der Messe an, dass ich ursächlich dazu beigetragen hätte, dass sie mit 5 Zoll begonnen hätte, weil ich ihre Tochter vor 12 Jahren mit auf meinem Waggon fahren ließ und diese ganz begeistert hiervon war.

Und dann noch der Blick über den „Tellerrand“ 5-Zoll-Eisenbahn. Überhaupt ist das EDHT nur ein Angebot von vielen auf der Messe „Faszination Modellbau“. Natürlich gab es Eisenbahnanlagen in vielen verschiedenen Spuren und Größen, jede Menge Autos und LKWs, ganz einfache und noch mehr „superduper“ funkgesteuert mit Funktionen und Möglichkeiten ohne Ende. Schiffe gab es, relativ klein z.B. aus Papier und doch detailliert und dann riesengroß mit allem Pipapo, welche in einem großen Wasserbecken in Funktion gezeigt wurden. Und dazu Flugzeuge und Hubschrauber und Drohnen in allen Größen. Der dickster Brocken: ein Starfighter mit knapp 6 Metern Länge und nicht ganz 3 Meter Breite, also nichts für die normale Garage. Also Umfang und Breite der Messe war Wahnsinn.

Für mich etwas ganz neues waren die Wettflugrennen von Drohnen. Ganz irre Geschwindigkeiten werden dabei erzielt; so schnell, dass man die Drohnen im Flug kaum sehen geschweige denn fotografieren konnte. Die Videobilder der Kameras aus den Drohnen sind während des Fluges direkt auf einem Monitor zu sehen, die „Piloten“ bekommen diese direkt auf eine Videobrille eingespielt. Wie sagte der Sprecher: eine andere Art von Videospiel. Ab und an wackelte eine Fahne oder eine Drohne kollidierte mit einem Hindernis. Dann fiel sie zu Boden und aus war für sie das Rennen.

Ebenso Wettrennen von Flachbahnautos, wahnsinniges Tempo. Auf einer Messstrecke wurde die Geschwindigkeit angezeigt: 88 km/h war die höchste Anzeige, die ich sah. Natürlich „verunglückte“ hier manchmal ein Rennwagen und ein Servicemann musste das Auto wieder richtig auf die Strecke stellen. Und Autorennen gab es nicht nur in der Halle, sondern auch im Innenhof. Hier düsten die Offroadversionen mit irrem Lärm um die Wette; dazu noch laute Musik aus Lautsprechern.

Ja, es gab auch die unterschiedlichsten Wettbewerbe bei den Schiffen und den Flugzeugen. Den Wind für die Segelboote besorgten einige größere Ventilatoren am Beckenrand und somit segelten die Segelboote tatsächlich im Becken.

Insgesamt ein phantastisches Erlebnis diese drei Messetage in Friedrichshafen. Natürlich war der Aufwand für mich sowohl zeitlich als auch finanziell recht hoch, aber schön war´s. Und gerne wieder.

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